Seitenwechsel - soziale Arbeit hautnah

Wir ermutigen soziale Einrich­tun­gen, ihre Türen für Inte­res­sierte aus Politik, Wirt­schaft, Verwaltung und Medien zu öffnen und so wert­volle Ein­blicke in die Vielfalt ehrenamt­licher Tätig­keit zu er­mög­lichen. Die „Seiten­wechsler“ tau­schen für ein paar Stunden Anzug und Schreib­tisch ein und packen selbst mit an. Wenn sie mit Kindern, Kranken, Senio­ren, Personen mit Behin­de­rung oder finanziell bedürftigen Men­schen Zeit verbringen, erleben sie die Bedeutung und den persön­lichen Gewinn aus freiwilliger Arbeit hautnah.

Ziel ist es, noch mehr Menschen für ein Ehrenamt zu begeistern und die Vielfalt und den Wert ehrenamt­licher Tätigkeiten aufzuzeigen.

Wann?
Die Aktion Seiten­wechsel findet jedes Jahr im September/Oktober statt.

Wer?
„Seitenwechsler“ kann jeder wer­den, der für kur­ze Zeit in einen ehren­amtlichen Tätig­keits­bereich hinein­schnuppern möchte. Kooperationspartner können gemeinwohlorientierte Stellen aus dem Landkreis wer­den, die eine Vermittlungsvereinbarung mit der FreiwilligenAgentur geschlossen haben.

Kontakt
Wir freuen uns über Anfragen neuer "Seitenwechsler" und Einrichtungen!
Tel. 08731/3247133 oder Email.

Herzlichen Dank...
... an unsere Kollegen der Freiwilligen Agentur Landshut (fala), die uns als Vorreiter zu diesem Projekt inspiriert haben.
Weitere Informationen zur fala finden Sie hier: www.freiwilligen-agentur-landshut.de

2014

Seitenwechsel mit den Bürgermeistern Eisgruber-Rauscher (Marklkofen), Pellkofer (Dingolfing), Steininger (Landau), Holzleitner (Reisbach) und Gassner (Frontenhausen)

Unsere alljährliche Aktionswoche "Seitenwechsel" fand Anfang November 2014 statt. Wir konnten fünf Einrichtungen gewinnen, die ihre Tore für das Projekt öffneten - und sagen dafür herzlich "Dankeschön", genauso wie an die aktiven Freiwilligen, die die Aktion begleiteten und Einblick in ihre Tätigkeit gewährten.

Die Aktionen im Einzelnen:

Bürgermeister Eisgruber-Rauscher, Marklkofen - zu Gast bei den "Kleinen Entdeckern"
Zusammen mit Entdeckerpate Ernst Schneider und Kindern des Hauss für Kinder in Marklkofen ging Bürgermeister Eisgruber-Rauscher dem ph-Wert im Boden auf den Grund. Es wurde fleißig getestet und geforscht - und als Nebenerwerbslandwirt konnte Eisgruber-Rauscher den Kindern auch noch einige Tipps aus der Praxis an die Hand geben....

Bürgermeister Pellkofer, Dingolfing - zu Gast beim Kegelabend der Offenen Behindertenarbeit, Caritas Isar-Vils e.V.
Ein regelmäßiger, lockerer Treff für junge Erwachsene mit und ohne Behinderung - diese Idee steckt hinter dem Kegelabend der OBA Caritas Isar-Vils e.V. Dass diese Treffen auch richtig Spaß machen, davon konnte sich beim Seitenwechsel Bürgermeister Josef Pellkofer überzeugen. Und natürlich übernahm er als versierter Zahlenkünstler gerne auch die Ergebnisaufzeichnungen...

Bürgermeister Steininger, Landau - zu Gast in der Vorlesestunde, Förderschule Landau
Seit über einem Jahr wird in der Pfarrer-Huber-Schule (Förderschule) Landau fleißig vorgelesen. Vorlesepatin Gisela Jahn, selbsternannte "Leseratte", bringt in regelmäßigen Treffen den Schülern ihre Begeisterung für Bücher nahe - mit Erfolg: Lehrer und Schulleitung, mit denen Jahn eng zusammenarbeitet, beobachten, wie das Vorlesen den Kindern Lust aufs Selbstlesen macht.

Bürgermeister Helmut Steininger lies sich nicht zweimal bitten, beim Seitenwechsel einen Vorlesepart zu übernehmen. Er umschiffte gekonnt alle schwierigen Namen in Michael Endes "Tranquilla Trampeltreu" und hatte gespitzte Ohren sicher...

Bürgermeister Holzleitner, Reisbach - zu Gast in der Deutschstunde für Asylbewerber
Dr. Michael Glükher ist einer der Pioniere der ersten Stunde, was Deutschförderung für Asylbewerber im Landkreis angeht. Regelmäßig und in den "Hochphasen" bis zu 3x wöchentlich gibt er Asylbewerbern in Reisbach Deutschunterricht, legt aber auch Wert darauf, den Menschen Grundlagen unserer Kultur und Lebensweise nahezubringen.

Wie das funktioniert, konnte Bürgermeister Holzleitner beim Seitenwechsel "live" erleben. Und er scheute sich auch nicht, "privat" zu werden: Anhand mitgebrachter Bilder erklärte er den Teilnehmern die deutschen Begriffe rund ums Thema Familie.

Bürgermeister Gassner, Frontenhausen - zu Gast im Kindergarten "Storchennest"
Beim Abschluss unseres Seitenwechsels 2014 drehte sich alles um das Schaf. Als gelernter Tierarzt konnte Bürgermeister Dr. Gassner den gespannten Kindern so manches über die Lebens- und Ernährungsweise des Schafs nahebringen.

Auf welche Weise uns das Schaf nach Ende seines Lebens begegnet, erkundete Entdeckerpatin Bianka Schultheis mit den Kindern. Sie hatte Schaffelle und ungesponnene Wolle im Gepäck. Und natürlich durften sich die Kinder selbst an Spindel und Spinnrad versuchen - und auch der Bürgermeister versuchte hier gerne sein Glück...

2013

Bernhard Wimmer (Werkleiter MANN+HUMMEL Marklkofen) - "Kleine Entdecker" in Aufhausen

Sauberes Wasser durch Kohle: Bernhard Wimmer von MANN + HUMMEL forscht mit den „Kleinen Entdeckern“ in Aufhausen
Von Rebecca Hoffmann

Kies, Sand, Kohle und Papier gehören zur Ausstattung eines jeden Kleinen Entdeckers. Zumindest im Kindergarten Sankt Michael in Aufhausen. Entdeckerpatin Rosemarie Degenfelder experimentierte beim "Seitenwechsel" zusammen mit den Kindern, wie aus schmutzigem Wasser wieder sauberes gewonnen werden kann. Die Antwort war schnell gefunden: Filter machen dieses Phänomen möglich. Unterstützung bekam Degenfelder von Bernhard Wimmer, Werkleiter von MANN + HUMMEL Marklkofen.

Die weißen Wissenschaftlerkittel gehören dazu, wenn sich die Kleinen ans Experimentieren machen. Mit großen Augen werden die Utensilien auf dem Tisch betrachtet. Degenfelder hat für ihren Filterversuch ein bisschen gebastelt. Ein Eimer, gefüllt mit Kies, Sand, Rasen und Moos, soll den Waldboden darstellen. Auf dem Tisch stehen auch Flaschen mit trüben, grünlichen Teichwasser. „Meint ihr, dass der Waldboden das dreckige Wasser sauber macht?“ Degenfelder sieht ihre kleine Entdeckertruppe an. Einige nicken, andere sind sich der Sache noch nicht ganz sicher. Deshalb geht’s sofort ans Ausprobieren. Die Vorschulkinder schütten das Teichwasser auf den „Waldboden“. Es dauert einige Sekunden, bis das Wasser aus dem unten befestigten Strohhalm in eine Schüssel läuft. Gespannt beäugen die Kinder das Wasser. „Es ist schon sauberer“, ruft ein Kind. Degenfelder nickt. „Je öfter wir das Wasser wieder zum Filtern in den Waldboden gießen, desto klarer wird es“, erklärt die Entdeckerpatin. In einem weiteren Experiment wird  zusammen eine kleine Kläranlage nachgebaut. Verschiedene Schichten aus Kies, Riesel, Sand, Kohle und Papier sollen auch hier das Wasser säubern.

Wimmer erklärt den Kindern dann noch einmal das Prinzip eines Filters. In einer Schachtel befinden sich einige von ihm mitgebrachte Filtermodelle. „Wenn du mit deinen Eltern im Auto sitzt und vor euch ein Bulldog mit Odlfassl fährt, dann verhindert der Filter, dass es im Auto stinkt“, sagt Wimmer. Die Vorschulkinder lauschen gespannt und sehen sich die Filter genau an. Um die Funktionsweise noch weiter zu verdeutlichen, zeigt Wimmer den Kleinen einen Film. Bei MANN + HUMMEL werden die verschiedenen Filter von Robotern zusammengebaut. „So ein Roboter wäre schon praktisch, oder?“, fragt Fante die kleinen Entdecker. „Der könnte dann mein Zimmer aufräumen, wenn ich keine Lust habe“, sagt ein Kind.

Wolfgang Leeb (Inhaber Edeka Leeb) - Haushaltstraining im Seniorenheim Landau

Etwas Training im Haushalt: „Seitenwechsler“ Wolfgang Leeb schälte im Seniorenheim Landau Kartoffeln und Zwiebeln
Von Rebecca Hoffmann

Die Ärmel hochgekrempelt und dann geht es auch schon ans Werk: Wolfgang Leeb, Inhaber von Edeka Leeb, greift zum Messer und zur ersten Kartoffel. Die Seniorinnen vom Seniorenheim Landau tun es ihm gleich, nebenbei wird fröhlich geratscht. An diesem Montagvormittag herrscht wieder reges Treiben in der kleinen Küche. Leeb hat sich als „Seitenwechsler“ in der Woche des Bürgerschaftlichen Engagements zum „Haushalts­training“ angemeldet.

Bei unserer Aktion "Seitenwechsel" können Personen des öffentlichen Lebens – die ansonsten wenig Gelegenheit haben, sich ein Bild z.B. vom Ehrenamt im „Haushaltstraining“ des Seniorenheims Landau zu machen – „live“ ein freiwilliges Engagement beschnuppern und sich so davon überzeugen, was für eine wertvolle Arbeit hier geleistet wird. Als man Leeb auf einen Termin einlud, brauchte dieser nicht lange zu überlegen. „Klar wollte ich da mitmachen“, sagt er und greift auch schon zur nächsten Kartoffel. Gegenüber sitzt Vorel und schält ebenfalls Erdäpfel. Vorel ist ehrenamtlich beim Haushaltstraining im Seniorenheim tätig. Seit etwa einem Jahr hilft sie einmal pro Woche mit, greift der Gruppenleiterin unter die Arme, wo sie gerade gebraucht wird und unterhält die Runde auch mal mit einem Bericht aus ihrem letzten Urlaub. Zu dieser „Stelle“ kam sie über die FreiwilligenAgentur und sagt: „Das macht mir wirklich Spaß und man merkt auch, dass man hier gebraucht wird.“

Für die Heimbewohner sei das Haushaltstraining eine schöne Beschäftigung sind sich Heimleitung Angelica Bauer und Monika Weinzierl, Leiterin des Haushaltstrainings, einig. „Wer früher gewohnte und vielleicht lieb gewonnene Küchentätigkeiten vermisst, kann sich bei den Vorbereitungen der Hausküche beteiligen“, so Weinzierl. Manche Seniorinnen sagen sogar, Kartoffel schälen sei eine ihrer liebsten Beschäftigungen. Für Leeb ist die Tätigkeit nichts Unbekanntes. „Ich koche sehr gerne. Da gehört Kartoffel oder Zwiebel schälen dazu“, erklärt er. Bereits nach kurzer Zeit sind alle Lebensmittel für die Küche vorbereitet. Was daraus allerdings zum Essen gezaubert wird, wollte niemand verraten.

Dr. Michael Maurer (Stellv. Geschäftsführer SAR Electronic GmbH, Dingolfing) - Energiesparen an der Volksschule Mengkofen

Dr. Michael Maurer (SAR) animiert Schüler zum Energiesparen
Von Rebecca Hoffmann

Mengkofen. Computer, Föhn und Fernseher – alles wahre Strom­fresser, wenn der Besitzer nicht richtig damit umgeht. Darüber waren sich am Mittwoch alle Beteiligten im Physiksaal der Volksschule Aitrach­tal in Mengkofen einig. Um den Schülern einer 4. Klasse den verant­wortungs­bewussten Umgang mit Energie nahezubringen, besuchte Dr. Michael Maurer, stellvertreten­der Geschäfts­führer SAR Elek­tro­nik GmbH in Dingolfing, die Schüler. Im Rahmen der Aktion Seitenwechsel der Frei­willigen­Agentur Dingolfing-Landau un­ter­stützte er die Ehrenamtlichen Richard Baumgartner und Wolfgang Suttor bei ihrer Arbeit.

Rektorin Brigitte Vogel erklärte den Kindern, sich auf die zukünftige Lebens- und Arbeitssituation einzustellen. „Dazu gehört auch das Energiesparen“. Um diese Thematik den Schülern nahezubringe, würden „sehr schlaue Leute, die viel können“ öfter in die Grundschule kommen. Damit meinte sie Richard Baumgartner und Wolfgang Suttor. Beide sind ehrenamtlich an der Volksschule Aitrachtal in Mengkofen tätig.

Baumgartner leitet ehrenamtlich das Projekt „Energiesparen“ an der Schule. Er und Suttor seien mit Spaß dabei und würden die Arbeit von Herzen machen. Für Vogel sei es eine Ehre, dass an der Schule diese Ehrenämter ausgeführt werden. Aufgrund des Engagements von Baumgartner gewann die Volksschule Aitrachtal in diesem Jahr die vom Bundesumwelt­minis­terium ausgelobte Auszeichnung „Energiesparmeister Bayern“. Zwischen 2006 und 2012 konnte die Schule ihren Heizenergieverbrauch um über 50 Prozent und ihren Strom­verbrauch seit 2007 um über 30 Prozent senken. Ziel sei es nun auch, die Kinder zum Energiesparen daheim zu motivieren.Richard Baumgartner beim Projekt Energiesparen

Wie energieeffiziente Kraftwerke gebaut werden können, erklärte den Kindern Seiten­wechsler Maurer. „Obwohl die Dampfmaschine schon veraltet zu sein scheint, ist sie immer noch aktuell“, so Maurer. „Beispielsweise kann damit Energie für die Straßenbeleuchtung erzeugt werden.“ Baumgartner fragte die Schüler, wie sie am besten Energie sparen können. „Den Computer ganz ausschalten und nicht auf Stand-By“, sagte ein Schüler. „Weniger Fernsehen“, war sich ein anderer sicher. Baumgartner sammelte die Ideen und gab sie den Kleinen als Merkzettel mit nach Hause. Auch bat er, den Energieverbrauch des Haushalts in Tabellen einzutragen und über einen längeren Zeitraum zu beobachten. So könne erkannt werden, wo denn die wahren Stromfresser seien und so minimiert werden. Wolfgang Suttor beim Projekt Energiesparen

Dann durften sich die Kinder auch an die Praxis wagen. Ausgestattet mit einem Strom­messgerät sollten sie ermitteln, wie viel zum Beispiel ein Föhn oder eine Lampe ver­brau­chen. Unterstützt wur­den sie dabei von den Ehren­amtl­ichen, Seiten­wechsler Maurer und unserer Kollegin Petra Fante.

Als kleines Dankeschön überreichte Maurer Rektorin Vogel zum Schluss eine Gerätespende. 15 neue Strommesser sollen die Schüler nun unterstützen, um den Stromverbrauch noch weiter zu verringern.

Gerlinde Wehner (Unternehmenskommunikation ESB) - Sprachpaten an der Mittelschule Dingolfing

Dem Wortfeld "Haus" auf der Spur - Sprachpaten
Von Rebecca Hoffmann

Dingolfing. Dora Magyar und Sprachpatin Nicola Weber mögen sich. Das sieht der Betrach­ter auf den ersten Blick. Als Dora im vergangenen Jahr mit ihren Eltern aus Ungarn nach Dingolfing kam, konnte sie kein Wort Deutsch. Das hat sich jetzt geändert. Auch mithilfe von Sprachpatin Weber erlernt sie die Sprache. Um sich einen Eindruck von dieser Arbeit zu machen, besuchte Gerlinde Wehner, zuständig für die Unternehmenskommunikation der Energie Südbayern GmbH, am Donnerstag im Rahmen der Aktion Seitenwechsel die Mittelschule Dingolfing – und griff Sprachpatin Nicole Weber bei ihrer Förderstunde gleich mit unter die Arme.

Für Klassenleiter Stefan Spanner war es am Anfang gar nicht so einfach, mit der 14-Jährigen zu kommunizieren. „Mit Händen und Füssen habe ich versucht, etwas zu erklären“, erzählt er. Doch mithilfe von Förder- und Sprachkurs an der Mittelschule habe man sich aus der „unglücklichen Situation“ gut befreit. Als dann noch das Sprachpatenprojekt der FreiwilligenAgentur Dingolfing-Landau angelaufen sei, habe man weitere große Fortschritte gemacht. „Das Projekt ist ein wichtiger Baustein“, ist sich Spanner sicher. Auch Rektor Michael Schütz lobte die Arbeit. „Unterstützung braucht auch Ehrenamt.“

Sechs Sprachpaten sind derzeit an der Mittelschule Dingolfing im Einsatz. Einmal in der Woche für eine Stunde üben die Ehrenamtlichen mit den Schülern. Jeder auf seine ganz eigene Art: ob mit Spielen oder kurzen Ausflügen beispielsweise zum Supermarkt, um dort Begriffe zu erklären und so den Wortschatz zu erweitern. „Ziel ist es, Kinder und Jugendliche mit gar keinen oder wenigen Deutschkenntnissen zu fördern“, erklärt Thomas Weinzierl, 2. Vorsitzender der FreiwilligenAgentur. Dora lobte er für ihren Einsatz und wünschte viel Spaß und gutes Gelingen.

Nicola Weber war von dem Projekt Sprachpaten sofort begeistert, als sie davon in der Zeitung las. „Das ist eine super Sache und Kinder liegen mir sowieso am Herzen“, erklärt die Ehrenamtliche. Mit Dora habe sich schnell ein Vertrauensverhältnis aufgebaut. Als die 14-Jährige mit ihren Eltern in diesem Jahr in den Urlaub fuhr, rief sie sogar noch bei Weber daheim an, um sich zu verabschieden. Wehner bewunderte das gute Vertrauensverhältnis zwischen Dora und Sprachpatin Weber. Sie freue sich, an der Aktion Seitenwechsel teilzunehmen.

Ihren Wortschatz im Bereich „Haus“ konnte Wehner in der nachfolgenden Sprachpaten­stunde unter Beweis stellen. Weber hatte Kärtchen mit Buchstaben mitgebraucht, die sie auf dem Tisch verteilte. Dora durfte sich einen Bereich aussuchen, zu dem sie Begriffe finden sollte und entschied sich für „Haus“. Nach und nach wurden Kärtchen gezogen. Mit dem darauf abgebildeten Buchstaben musste ein zum Thema passendes Wort gebildet werden. Die 14-Jährige hatte schnell einige Wörter und schrieb sie auf. Auch Wehner und Weber halfen mit. Wie ihr die Zeit mit ihrer Sprachpatin denn gefalle, fragte Wehner Dora. „Sehr gut“, antwortete die Schülerin und lachte.

Wer Interesse am Projekt Sprachpaten hat – aufgepasst! Am Dienstag, 1. Oktober, um 18.30 Uhr findet in der Grundschule Landau ein Infoabend statt. Um Anmeldung wird gebeten!

Gerhard Schecher (Direktor Sparkasse Niederbayern-Mitte) - Arnstorfer Tafel

Zwischen Brot und Butter: Lebensmittelausgabe in der Arnstorfer Tafel mit Sparkassendirektor Gerhard Schecher
Von Rebecca Hoffmann

Dingolfing. Schon eine Stunde bevor die Arnstorfer Tafel im Stadtteilzentrum Nord ihre Türen öffnet, sitzen die Leute in dem kleinen Vorzimmer. Sie beobach­ten die Anlieferung der Lebensmittel. Jeden Freitag versammeln sich etwa 80 Bedürftige, um sich beispiels­weise Brot und Butter, Wurst und Wein­trau­ben zu holen. Sparkassendirektor Gerhard Schecher half im Rahmen der Aktion „Seitenwechsel“ in Dingolfing mit und unterstützte bei der Lebens­mittel­ausgabe. Auch Reiner Schachtner, Vorstandsmitglied der FreiwilligenAgentur Dingolfing-Landau e.V., packte mit an.

Sechs ehrenamtliche Helfer sind freitags in Dingolfing im Einsatz. Bevor die Ausgabe erfolgt, wer­den die angelieferten Lebensmittel ausgepackt und über­prüft. Auf den in Reihen ange­ord­neten Tischen wird das Essen platziert. Aufstriche auf den ersten Tisch, in der Mitte Obst und Gemüse, auf den hinteren Tisch kommen Back- und Teigwaren. „Insgesamt drei Stunden arbeiten die Helfer. Sie wechseln sich in zwei Teams vierzehntägig ab“, erklärt Elke Steiger. Sie ist beim Träger der Tafel, der in Arnstorf ansässigen Hans Lindner Stiftung, für mittlerweile zahlreiche Ausgabeorte in der näheren und ferneren Umgebung zuständig. Die Ehrenamtlichen helfen bei der Tafelausgabe von A bis Z: „Dazu gehört das Aufbauen, die Ausgabe und zum Schluss das Aufräumen.“

Viele der Ehrenamtlichen seien schon seit Beginn dabei. Seit elf Jahren gebe es die Arnstorfer Tafel. Gegen Nachweis erhalten Bedürftige kostenlos gespen­de­te Lebensmittel. Nach dem Vorbild der Tafelaktionen in vielen anderen deutschen Städten werden so Menschen unterstützt, die aufgrund ihres gerin­gen Lebensunterhalts Hilfe nötig haben. Dabei erhält die Arnstorfer Tafel aber keine festgelegten Produkte oder Mengen. „Das ist immer unterschiedlich. Mal bekommen wir mehr Backwaren und dafür kaum Butter. Ein anderes Mal ist es genau andersrum“, so Steiger. Über weitere Lebensmittelspenden würde sich die Leiterin freuen. „Wir sind immer auf der Suche nach Unternehmen, die uns mit Lebensmittel- oder Sachspenden unter­stüt­zen. Auch Privatpersonen können sich gerne bei uns melden und helfen“, betont Steiger. „Unsere Fahrer haben noch Kapazitäten.“

Helfen möchte auch Gerhard Schecher, Vorstandsmitglied bei der Sparkasse Niederbayern-Mitte. Er hat bereits durch frühere Aktionen die Arnstorfer Tafel unterstützt. Für die Lebensmittelausgabe bekommt er eine blaue Schürze, die er sich lachend umbindet. Die ersten beiden Rundgänge macht er zusammen mit einem ehrenamtlichen Helfer, um sich das Prozedere anzusehen. Denn: nicht immer bekommen die Bedürftigen alle Lebensmittel. Süßigkeiten sind rar, deshalb werden sie nur an Familien mit Kindern ausgegeben. Die restliche Ausgabe meistert der Sparkassendirektor dann alleine. Er hätte gar nicht lange überlegen müssen, als er zum „Seitenwechsel“ eingeladen wurde. „Immer wieder gerne“, sagt Schecher.

Wer Lebensmittel spenden möchte, der wendet sich am besten an Elke Steiger: Arnstorfer.Tafel@Lindner-Group.com oder Tel. 08726 - 960315.

Claudia Engemann (VR-Bank Landau) - Sprachpaten an der Grundschule Landau

„Ein immenser Gewinn: Sprachpatenstunde mit Claudia Engemann
Von Rebecca Hoffmann

Landau. Äußerst gesprächig zeigt sich Jacovos Nomikos am Montag. Der Neunjährige ist Schüler an der Grundschule in Landau und kommt ursprünglich aus Griechenland. Deutsch­kenntnisse hatte er kaum, als er an die Schule kam. Seit Pfingsten hat sich das aber geän­dert, u.A. mit ehrenamtlicher Unterstützung: Zusammen mit Sprachpatin Bettina Brem übt er fleißig Deutsch. Mit einem Lächeln und in bester „Sprechlaune“ war Jacovos, als Claudia Engemann, Geschäftsleiterin der VR-Bank Landau eG, in seine Sprachpatenstunde kam. Als Seitenwechslerin besuchte Engemann das Projekt der FreiwilligenAgentur Dingolfing-Landau.

Rektorin Elfi Strobl bezeichnet das Projekt Sprachpaten als einen „immensen Gewinn“ für die Schule. Aktuell gebe es drei Sprachpaten an der Schule. Der Bedarf sei aber noch nicht gedeckt. „Wir haben acht Kinder, die sobald wie möglich von einem Sprachpaten betreut werden können“, erzählt Strobl. „Die Schüler kommen aus Litauen, Ungarn, Rumänien und haben kaum Deutschkenntnisse.“ Besonders schlimm sei es, wenn man sich gar nicht verständigen könne. „Da sind wir als Lehrer unglücklich und das Kind noch viel mehr“, berichtet die Rektorin. Manchmal hätte schon die Google-Übersetzungsmaschine weiter­helfen müssen. Die Klassleiter geben sich redlich Mühe, doch wenn wenn gar keine Verständigung möglich ist, können auch ganz alltägliche Dinge schwierig werden. „Ein Schüler hat den Wechsel des Klassenzimmers aufgrund seiner Sprach­proble­me einmal missverstanden und dachte, der Unterricht ist aus“, erzählt Strobl. Als die Lehre­rin die Abwesenheit des Kindes bemerkte, habe man sich sofort auf die Suche gemacht. „Der Kleine saß dann völlig verängstigt und durcheinander im Bushäuschen, denn es kam kein Bus zum Heimfahren.“

Die Kinder bekommen an der Schule Deutsch-Förderstunden von Fachkräften. Zusätzlich sind ehrenamtliche Sprachpaten für Strobl ein Gewinn, denn die Kinder sind gerade zu Anfang völlig hilflos. „Die Einzelbetreuung mit den Sprachpaten ermöglicht es den Kindern, ein Vertrauensverhältnis mit den Ehrenamtlichen aufzubauen, und das gibt ihnen Sicherheit.“

Dass der Gewinn nicht einseitig ist, betonte Sprachpatin Bettina Brem: „Es ist sehr schön, in diesem Projekt mitzuarbeiten. Von der FreiwilligenAgentur bekomme ich immer Unterstützung und auch die Schule steht hinter mir“, so Brem. Nik Söltl, 1. Vorsitzender der FreiwilligenAgentur, lobte Brems Engagement und auch die Kooperation mit der Schule. „In der Grundschule Landau haben wir einen guten Stützpunkt gefunden. Nach wie vor ist ein großer Bedarf an Sprachpaten da und wir versuchen, Abhilfe zu schaffen.“

Claudia Engemann freute sich, als Seitenwechslerin das Projekt Sprachpaten „live“ kennenzulernen, und legte zusammen mit Sprachpatin Bettina Brem und Nik Söltl gleich los: Zusammen mit Jacovos suchten die drei passende Reimpaare wie „Schwamm“ und „Kamm“ und Jacovos konnte so spielerisch seinen Wortschatz erweitern. Brem hatte das Spiel für diese Stunde ausgesucht und der Neunjährige war mit Eifer dabei. Da hatten die Besucher kaum eine Chance, zu gewinnen.

2012

Helene Sturm beim Kinderschutzbund Landau

Nahe an den Bedürfnissen der Familien

Seit November 2011 gibt es in Landau eine Ortsgruppe des Deutschen Kinderschutz­bunds – und nach weniger als einem Jahr hat man alle Hände voll zu tun, wie Vor­sit­zen­de Gaby Deingruber berichtet. „Derzeit betreuen wir etwa 20 Familien aus dem ganzen Landkreis.“ Jeden Freitagnachmittag von 13:30 bis 16 Uhr finden Familien in der Geschäftsstelle des Vereins in der Landauer Ludwigsstraße eine offene Tür und ein offenes Ohr. Eine Vielzahl von gespendeten Kleidern und Spielzeug warten darauf, an bedürftige Kinder verteilt zu werden. Und auch für Sorgen und Anliegen verschiedenster Art findet sich ein Ansprechpartner: Bei allgemeinen Erziehungs­fragen oder wenn plötzlich ein Elternteil erkrankt ist und die Kinderbetreu­ung ins Schwanken gerät. Um die Familien tatkräftig zu unterstützen, investiert das ehren­amt­liche Team des Kinderschutzbunds viel Zeit und Energie: „Wir vermitteln an entsprechende Fachstellen, helfen aber auch selbst, wo es irgendwie geht.

Helene Sturm, Geschäftsführerin der Brau­erei Krieger, war von einem "Seitenwechsel" zum Kinderschutzbund gleich überzeugt: „Ich finde es sehr wichtig, dass Familien bei Problemen eine Anlaufstelle haben. Wenn ich ein wenig dazu beitragen kann, diese Stelle bekannt zu machen, unterstütze ich hier gerne.“

Für einen Nachmittag packt sie deshalb mit an, begrüßt Neuan­kömm­lin­ge herzlich, sortiert Kleider und Spielwaren und nimmt sich Zeit für die Anliegen der Familien. Eine richtige Bereicherung, wie sie feststellt. „Man wird hier sehr herzlich aufgenommen und merkt, dass man den Familien wirklich etwas Gutes tun kann.“

Auch Gaby Deingruber freut sich über die tatkräftige Unterstützung. Da die Hilfe des Landauer Kinderschutzbunds immer mehr in Anspruch genommen wird, kann man auch noch mehr ehrenamtliche „Mit­streiter“ brauchen: z.B. handwerklich begabte Leute, die beim Renovieren der neuen Kinderschutzbund-Räume in Landau helfen.

Landrat Heinrich Trapp im Kaufhaus wahrenWERT

Soziales Arbeiten hautnah

Ein Landrat und ein Arbeitslosengeld II-Empfänger haben nicht oft Gelegen­heit zum direkten Austausch. Die Aktion „Seitenwechsel“ der FreiwilligenAgentur Din­golfing-Landau bringt beide Seiten zusammen: Landrat Heinrich Trapp packt im gemeinnützigen „KAUFHAUS wahrenWERT“ mit an und kann sich so hautnah ein Bild von einer sozialen Einrichtung im Landkreis machen.

Den Bürgern im Landkreis und über die Land­kreis­grenzen hinaus ist das „KAUFHAUS wah­renWERT“ in der Straubinger Straße in Landau als Para­dies für Sammler und Schnäppchen­jäger bekannt. „Unser gemeinnütziges Kaufhaus steht allen offen“, betont Niederlassungsleitung Thomas Weinzierl. Unter der großen Warenauswahl von Dekorationsschmuck, Kleidung für Groß und Klein, Spiel- und Haushaltswaren bis hin zu selbst angefertigten und liebevoll gestalteten Holzspielzug und Garten­schmuck aus der haus­eigenen Holzwerkstatt findet sich nicht nur viel Nützliches son­dern auch so mancher Schatz – natürlich stets zu „sozialen“ Preisen.

Die vom Staat anteilig finanzierte „KAUFHAUS wahrenWERT“ gGmbH wird zudem durch die quin.akademie GmbH und natürlich von den Sachspenden und Einkäufen aller Bürger unterstützt. Am Laufen halten die gemeinnützige Einrichtung sowohl die festangestellten Mitarbeiter als auch die dort beschäftigten Arbeitslosengeld II-Empfänger. Die vom Jobcenter Dingolfing-Landau zugewiesenen Arbeitslosengeld II-Empfänger arbeiten im Verkauf oder im Lager mit, bereiten die Waren auf oder stel­len sie selbst her, wie beispielsweise kreative Patchwork-Taschen oder die allseits be­lieb­ten Holzvogelhäuschen. „Neben dem Betrieb einer gemeinnützigen Ein­rich­tung geht es in erster Linie darum, die zugewiesenen Mitarbeiter beruflich zu sta­bi­li­sieren und zu qualifizieren, um sie an eine effektive Arbeits- oder Ausbil­dungs­aufnahme unter sozialpädagogischer Begleitung heranzuführen“, erklärt Thomas Weinzierl.

Ein guter Ansatz, den der Landrat sich gerne näher anschaut: Für einen Nachmittag packt er deshalb selbst in der Holzwerkstatt des „KAUFHAUS wahrenWERT“ mit an: Seite an Seite mit den Arbeitssuchenden und durchaus beeindruckt von der Fingerfertigkeit, mit der hier gearbeitet wird. „Da tut man sich als Ungeübter ein wenig schwerer“, lacht Trapp. Für ihn sei es eine spannende Sache, mit den Teilnehmern ins Gespräch zu kommen und das Engagement zu sehen, mit dem im „KAUFHAUS wahrenWERT“ gearbeitet wird.

Das bei der Aktion „Seitenwechsel“ gemeinsam mit den Mitarbeitern des „KAUF­HAUS wahrenWERT hergestellte Holzvogelhäuschen werde Landrat Trapp im Rah­men eines Gegenbesuches für den Vorgarten des Landratsamts überreicht. Weiter ergänzt Wein­zierl: „Bei uns sind Ehrenamtliche stets herzlich willkommen, die z.B. gerne schrei­nern und nähen oder generell Lust haben, gemeinsam mit unseren Mitarbeitern etwas herzustellen.“ Auch eine Mitarbeit im Verkauf sei möglich.

Erwin Huber bei der LanZE

Erwin Huber arbeitet bei der LanZE mit

Ein Staatsminister a.D. und Menschen mit psychischen Erkrankungen – da gibt es erst einmal wenig Berührungspunkte. Die Aktion „Seitenwechsel“ der Frei­will­li­genAgentur Din­gol­fing-Landau bringt beide Seiten zusammen: MdL Erwin Huber packt in der gemeinnützigen „LanZE“ mit an und kann sich so haut­nah ein Bild von den Bedürfnissen der dort beschäftigten Menschen machen.

Bei der Landauer Zuverdiensteinrichtung, kurz LanZE, finden Menschen mit psychi­schen Erkrankungen, Behinderungen oder früheren Suchterkrankungen eine Arbeits­möglichkeit. Sie übernehmen unter fachlicher Anleitung verschiedene ein­fache Arbeiten in Haus, Büro und Garten: z.B. Rasen mähen, Hecken schneiden, bügeln oder Briefe kuvertieren. Damit ist beiden Seiten geholfen, wie Leiterin Sieglinde Kettl erklärt: „Unsere Mitarbeiter finden durch die Arbeit wieder zu einer geregelten Tagesstruktur und unsere Kunden, Privatpersonen wie Unternehmen, können unsere Dienstleistungen zu sehr günstigen Preisen buchen und damit zugleich etwas Gutes tun.“

Neben den Unterstützungsangeboten bei den Kunden zu Hause bietet die Ein­rich­tung des Caritasverbands Isar/Vils e.V. auch einen Second-Hand-Kleiderladen am Oberen Stadtplatz in Landau. Dort wird gespendete Ware von den Mitar­beitern aufbereitet und zu günstigen Preisen verkauft.

Eine klare „Win-win-Situation“, die auch einen erfahrenen Politiker wie Bayerns früheren Wirtschafts- und Finanzminister Erwin Huber überzeugt. Daher war er, angesprochen auf die Aktion „Seitenwechsel“ der FreiwilligenAgentur, gleich dabei: „Immer mehr ältere Menschen haben niemanden, der ihnen bei kleineren Verrichtungen in Haus und Garten hilft. Ein Angebot in diesem Bereich ist sehr sinnvoll. Mich interessiert, wie es in der Praxis funktioniert.“

Ein paar Stunden hat sich das Mitglied des Bayerischen Landtags daher im engen Terminkalender freigeschaufelt, um bei der LanZE selbst mit anzupacken. Er be­glei­tet Mitarbeiter der LanZE zu ihrem aktuellen Einsatzort und legt im Kleiderladen der gemeinnützigen Einrichtung selbst Hand an. Natürlich kommt man so auch ins Gespräch miteinander. Huber zeigt sich beeindruckt: „Hier wird wirklich qualitativ gute Arbeit geleistet.“

Auch Sieglinde Kettl freut sich über die tatkräftige Unterstützung und ergänzt: „Für uns ist es wichtig, dass unser Angebot noch mehr bekannt wird.“ Auch weitere ehrenamtliche Mitarbeiter könne man gut brauchen, etwa für den Second-Hand-Laden oder auch für das neue Büro der LanZE in Gottfrieding.

Erwin Huber im Kindergarten Reisbach

Vom Politiker zum "Märchenonkel"

Einen seit Jahrzehnten in der Landespolitik aktiven und bekannten Politi­ker kann man sich nur schwer mit Märchenbuch vor einer Gruppe von Kindern vor­stel­len. Die Aktion „Seitenwechsel“ der Frei­will­li­gen­Agentur Din­gol­fing-Landau bringt genau das zusammen: MdL Erwin Huber liest Kindergartenkindern in Reis­bach vor.

„Unser Kindergarten ist sehr aufgeschlossen, wenn sich jemand einbringen und den Kindern eine Freude machen will“, erzählt Hannelore Eidinger, Leiterin des Kindergartens St. Michael. Natürlich achte man ganz genau auf die Eignung und ver­lange z.B. ein Polizeiliches Führungszeugnis. Doch der Aufwand lohne sich, denn: „Die Kinder gehen offen aufgeschlossen auf Besucher zu und freuen sich, wenn zusätzlich jemand Zeit mit ihnen verbringt und sich ihnen widmet.“

Angesprochen auf die Aktion „Seitenwechsel“ der FreiwilligenAgentur Dingolfing-Landau war sie daher gleich überzeugt und machte sich an die Planung eines mög­lichen Einsatzgebiets für den „Seitenwechsler“: „Wir kennen natürlich unsere Kinder sehr gut und geben Tipps für Angebote, die den Kindern Spaß machen und zu ihnen passen“, so Eidinger.

Bei den Vorbereitungen für das Erntedankfest stieß sie auf eine Kurzge­schichte für eine Vorlesestunde mit „Seitenwechsler“ Erwin Huber. Der war von der Aktion der FreiwilligenAgentur so überzeugt, dass er sich nicht nur zu einem Seiten­wechsel in die „Landauer Zuverdiensteinrichtung“ (wie berichtet) bereiterklärte, sondern obendrein gerne den „Märchenonkel“ in seinem Heimatort Reisbach gab: Für den Vater zweier erwachse­ner Kinder eine schöne Gelegenheit, den heutigen Kindergartenbetrieb „live“ zu erleben.

In seiner Vorlesegeschichte gehe es darum, dass man Geduld und Ausdauer beweisen müsse, wenn man etwas erreichen möchte, erzählt Huber. Themen, die er aus seinem langjährigen Politikerleben nur zu gut kennt. Wie aufmerksam die Geschichte von den Drei- bis Fünfjährigen verfolgt wird, überrascht den Reisbacher aber doch: „Es ist erstaunlich, wie viel die Kinder begreifen und wie interessiert und neugierig sie sind“, lobt Huber seine Zuhörerschar.

Auch Hannelore Eidinger freut sich über den hochkarätigen Besuch: „Jemand von außen kann sich z.B. ganz besonders einzelnen Kindern oder einem bestimmten The­ma widmen. Das macht den Kindern Spaß und motiviert sie.“ Mit dem Einsatz Freiwilliger habe man bereits gute Erfahrungen gemacht: Eine engagierte Dame sei bereits im zweiten Jahr einmal wöchentlich im Einsatz – mit viel Freude für beide Seiten. In diesem Sinne sind weitere Ehren­amt­liche im Kindergarten herzlich willkommen.

Josef Daffner im Pflegeheim Haus Hinterkreuth

Bürgermeister erlebt soziale Arbeit hautnah

Mitangepackt hat bei unserer Aktion "Seitenwechsel" auch Bürgermeister Josef Daffner aus Niederviehbach. Er machte sich bei einem Spielenachmittag ein Bild vom Ehrenamt im Pflegeheim „Haus Hinterkreuth“.

Im „Haus Hinterkreuth“, das zur Gemeinde Niederviehbach gehört, werden derzeit 52 Menschen gepflegt und umsorgt, wie Patricia Hauer, Leiterin des Sozialdienstes, erklärt. „Wir nehmen pflegebedürftige und psychisch beeinträchtigte ältere Menschen auf, die Unterstützung in der Pflege, Versorgung oder Betreuung brauchen.“ Zusätzlich ist ein spezieller Wohnbereich mit 10 Plätzen für die Betreuung demenzkranker Menschen konzipiert.

Am Herzen liege ihnen aber nicht nur eine gute medizinische und pflegerische Betreu­ung, fügt Veronika Riedl an, die sich mit Hauer die Leitung des Sozialdienstes teilt. „Für unsere Bewohner ist es auch sehr wichtig, dass es regelmäßige ‚Frei­zeit­angebote‘ gibt, dass man gemeinsam was unternimmt, dass sie rauskommen, aber auch, dass Besucher von draußen ins Heim kommen.“ Denn über Gesellschaft und Abwechslung freue sich schließlich jeder, gesund wie krank.

Weil er das genauso sieht, beteiligte sich der Niederviehbacher Bürgermeister gerne an unserer Aktion „Seitenwechsel“. Er kennt das Pflegeheim „Haus Hinterkreuth“ gut und schätzt die ehrenamt­liche Arbeit, die dort geleistet wird. Nun konnte er diese Arbeit hautnah selbst erleben.

Beim gemeinsamen Spielenachmittag lernten die Heimbewohner „ihren“ Bürgermeister ganz anders kennen, und auch er hatte viel Freu­de dabei: Ganz unkompliziert sei es gewesen, „und ins Gespräch mit den Leuten kommt man fast ganz nebenbei.“ Mit einer Aktion wie dem Spielenachmittag könne man die Schwellenangst überwinden, die viele vor einem Besuch kranker Menschen haben, so Daffner. Gut gefallen habe ihm auch, dass die Fachkräfte vor Ort seinen Einsatz gut vorbereiteten, mit ihm besprachen und ihn tatkräftig unterstützten. „Denn wenn man sowas nie gemacht hat, ist man um ein wenig Einführung froh.“

Diese Unterstützung erhält im Haus Hinterkreuth jeder Ehrenamtliche, der sich einbringen möchte, wie Patricia Hauer hinzufügt. „Ob jemand mit den Bewohnern singen oder spazieren gehen mag, aus der Zeitung vorliest oder Spiele spielt: Wir sind für Ideen immer aufgeschlossen.“

Michael Beham in der Förderschule Dingolfing

Bankdirektor erlebt Bildungsarbeit hautnah

Auch Michael Beham, Vorstandsvorsitzender der VR-Bank Dingolfing eG, folgte unserem Aufruf "Weg vom Schreibtisch - hinein in eine soziale Einrichtung" und machte sich beim Kochen mit Schülern ein Bild vom Ehrenamt im schulischen Bereich.

Die Herzog-Georg-Schule in Dingolfing ist ein son­der­pädagogisches Förderzentrum. Im laufenden Schuljahr wird sie von 140 Schü­lerin­nen und Schülern ab dem Grund­schulalter besucht. Besonderer Wert wird auf die individuelle Förderung der Schüler gelegt, aber auch auf den praktischen Unterricht. Im Textilarbeitsraum, in der Schul­küche und in Werkräumen für Holz und Metall greifen Schüler und Lehrer selbst zu Nadel, Kochlöffel und Arbeitsgerät, während der Unterrichts­zeiten, aber auch in ihrer Freizeit. „Aufgrund der guten Ausstattung, des hervorragenden Engage­ments des Schulteams und der dadurch geweckten Freude der Schüler ist die Herzog-Georg-Schule sicher ein ganz besonderes Angebot“, meint Rektor Manfred Madersbacher.

Der Einladung, sich davon im Rahmen der Aktion „Seitenwechsel“ selbst ein Bild zu machen, folgte Bankdirektor Beham gerne. Da er beruflich wenig mit Förderschülern zu tun habe, sei das eine neue Er­fah­rung für ihn. „Außerdem interessiert mich, was man an einer Schule ehren­amt­lich tun kann“, lacht Beham.

Ein Einsatzgebiet war über unsere Projektleiterin Petra Fante schnell gefunden: Michael Beham kocht leidenschaftlich gerne und traf damit ein Thema, das auch an der Herzog-Georg-Schule besonders gefördert wird. Gemeinsam mit den Verantwortlichen der Schule wurde bereits im Vorfeld fleißig geplant und am Menüplan getüftelt – sehr zur Freude Michael Behams: „Wenn man hier seine eigenen Interessen und Hobbies einbringen kann und zugleich etwas Gutes tun, ist das eine doppelt gute Sache.“

Beim gemeinsamen Kochen, Essen und anschließenden Aufräumen gab es auch viel Gelegenheit, sich gegen­seitig kennenzulernen und zu beschnuppern. „Für unsere Schüler ist es keine Selbst­verständlichkeit, einen Bankdirektor neben sich am Herd zu haben“, wie Konrektor Klaus Pfitzner meint.

„Für Projekte dieser Art sind wir immer offen“, fügt er an. Wer etwas hat, das er gut kann und an die Kinder und Jugendlichen weitergeben möchte, sei immer herzlich an der Herzog-Georg-Schule willkommen und werde bei den einzelnen Projekten von den Fachkräften unterstützt: „Egal ob man schreinern, alte Kochrezepte weiter­geben oder gemeinsam mit den Schülern Natur und Umwelt erkunden möchte.“